Im Mai soll es ja schönes Wetter haben, so sagt man. Und Mitte/Ende Mai erst recht. Nicht zu warm, nicht zu kalt. Das perfekte Wetter also mit dem Wohnmobil eine Reise zu unternehmen. Da ich noch nie in Holland war und in Amsterdam eine Sonderausstellung von Jan Vermeer stattfand, passte dies großartig zusammen. Also das Wohnmobil gepackt und los ging es.
Lichtenau/Sachsen – kurz vor Eisenach – 200 Kilometer
Gestartet sind wir am Abend des 17.05.2023 und bis kurz vor Eisenach gekommen. Dort haben wir wild auf einem Parkplatz an einem See mit Blick auf dem Thüringer Wald gestanden. Während das noch in Deutschland noch möglich ist, ist das in Holland weitaus schwieriger. Zumindest dort wo wir waren, jede potentielle Übernachtungsmöglichkeit war mit einem Verbotsschild markiert. Da mir dies vorher schon berichtet wurde, habe ich in weiser Voraussicht alle Campingplätze vorher reserviert.
Erster und zweiter Tag – Amsterdam – Ca. 490 km
Gestartet sind wir in Amsterdam auf dem Camping Vliegenbos. Dieser war nicht nur sehr gut, sondern hat auch den Vorteil, dass man relativ schnell, zu Fuß ca. 15 Minuten, eine Fähre erreicht, welche einen kostenlos zum Bahnhof vom Amsterdam und damit im Grachtenviertel absetzt. Hier muss man sich im Vorfeld kein Höhenpunkt raussuchen, das ganze Viertel ist ein einziger Höhepunkt. Sich einfach treiben lassen, in Läden stöbern, bisher unbekanntes Essen probieren. Oder einen Coffeeshop besuchen, wer es denn möchte. Habe ich gemacht, keine gute Idee, wenn man nicht trainiert ist.

Im Grachtenviertel von Amsterdam

Im Grachtenviertel von Amsterdam

Wie gesagt, es wird nicht langweilig
Wahrscheinlich kann man sich als Tourist dort wochenlang bewegen und einem wird nicht langweilig. Oder man bucht eine Tour*, was wir zwar vorhatten aber dann aus gesundheitlichen Gründen absagen mussten. Nicht schlimm, wir kommen gern wieder.
Dier Karten für die Jan Vermeer Sonderausstellung hatten wir schon im Vorfeld gekauft, was auch eine gute Idee war. Die Ausstellung war unerwartet schnell ausverkauft. Stattgefunden hat diese im Rijksmuseum Amsterdam.*

Rijksmuseum Amsterdam.
Auch wenn gerade keine Sonderausstellung ist; sofern man sich für Kunst interessiert, ist das Museum ein Muss. Einige Vermeer Bilder sind ständig im Bestand, aber auch die die Nachtwache von Rembrandt, weitere Bilder von ihm sowie Bilder von Jan Stehen, Frans Hals und vielen weiteren. Insgesamt sind es ca. 8.000 Exemplare, welche ausgestellt werden.

Bilder Jan Vermeer

Bilder Jan Vermeer
Wichtig auch für Deutsche: Egal was, es ist nicht möglich im Museuem mit Bargeld zu bezahlen. Ausschließlich digital kann gezahlt werden. Das ist ein weit verbreitetes Phänomen in Holland, viele Geschäfte, Museum etc. nehmen kein Bargeld an.
Die zwei Tage waren für Amsterdam natürlich viel zu kurz. Aber wir werden definitiv wiederkommen!
Dritter/vierter Tag – Den Haag – 85 km
Weiter ging es nach Den Haag, denn ein Bild von Vermeer, das Mädchen mit dem Perlenohrring, fehlte noch. Das gibt es im Mauritshuis*, ein Palais im Zentrum von Den Haag.

Dieses Zentrum ist durchaus ambivalent. Man läuft durch barocke Architektur, während man nach ein paar Minuten in einem Wolkenkratzer Viertel ist. Auch im Mauritshuis gilt, es hat mehr zu bieten als Vermeer, das ganze Ensemble samt der Ausstellung lohnt sich.
Wenn man schon einmal in Den Haag ist und sich für Kunst interessiert, dann muss man natürlich auch das Escher-Museum* besuchen. Es befindet sich in einem ehemaligen Palast, welcher allerdings -typisch Holländisch- sich von außen nicht als solcher präsentiert. Da sieht es auch wie ein etwas größeres Reihenhaus. Ich wäre nicht darauf gekommen, dass darin Königin Emma bis 1891 lebte. Die Ausstellung lohnt sich auch deshalb, weil in der letzten Etage Eschers (un)mögliche Bilder untersucht werden. Man kann selbst viel ausprobieren und versteht, warum etwas erscheint, wie es erscheint.

Im Escher Museum
Übernachtet haben wir auf einen Wohnmobilstellplatz im Roompot Kijkduin, Machiel Vrijenhoeklaan 450, 2555 NW Den Haag. Der war eher… rustikal. Das ist OK, man macht ja Camping. Allerdings liegt er ziemlich weit draußen vor der Stadt und in unmittelbarer Strandnähe. Das ist zwar toll, aber wenn man dann bei kaltem, kräftigem Wind ca. 40 Minuten in das Zentrum radelt, relativiert sich das alles. Man kann auch mit dem Bus fahren, fanden wir am zweiten Tag wesentlich komfortabler. Die Tageskarte war wohl um die acht Euro pro Person.
Fünfter Tag – Camperpark Marina Port Zélande – 75 km
Eigentlich wollten wir am Grevelinger Meer tauchen gehen. Als wir dort ankamen, stieg gerade ein junges Paar aus ihren Trockenanzügen. Sie meinten, die Sicht betrage maximal 10 Zentimeter, hervorgerufen durch den Sturm seit Tagen. Das haben wir uns dann geschenkt. Aber der öffentliche Tauchplatz, Den Osse, Kerkweg, ist ein Traum. Man kann Flaschen selber füllen, es gibt einen großen Parkplatz, einen Imbiss und Toiletten. Schade, aber man kann nicht alles haben. Übernachtet haben wir auf dem Camperpark Marina Port Zélande. Sehr gute Infrastruktur, schöne Sicht auf der Düne.
Auf der Fahrt zum Tauchplatz sind wir auch durch den größten Hafen Europas, Rotterdam, gefahren. Was für eine unglaublich große Industrielandschaft…
Sechster Tag – Cadzand – 110 Km
Einer meiner vielen Hobbys ist das Sammeln von Fossilien. Und wenn man schon mal in der Gegend ist, muss man natürlich nach Cadzand. Dort auf dem Strand läßt sich allerlei finden, von fossilen Haifischzähnen bis zu Knochen. Durch den Sturm hatten wir auch Glück, wie die Bilder zeigen. Wenn man keine Fossilien sammelt, wäre mir das aber zu touristisch dort. Gestanden haben wir auf dem Molecaten Park Hoogduin, Cadzand.

Fossiles Knochenfragment aus Cadzand

Haifischzähne aus Cadzand
Siebenter Tag – Brilon – 420 km
Dann ging es über Antwerpen, wo wir nur durchgefahren sind, zum Wohnmobilstellplatz „Wohnmobilhafen Brilon“. Dort in der Nähe ist der „Berg im See“, in welchen man bei sagenhafter Sicht tauchen kann. Unter anderem liegt da ein Trabant im See.

See im Berg
Auf dem Rückweg sind wir noch an der Burgruine Brandenburg bei Eisenach vorbeigefahren. Und dann war es schon wieder vorbei.

Burgruine Brandenburg bei Eisenach
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